Beim Besuch einer Weinmesse in Niederösterreich hatte ich vor einigen Jahren die Gelegenheit mit einem Winzer über den Grund des außerordentlichen Erfolgs seiner Region zu diskutieren. Er meinte, dass der wesentliche Grund für den Erfolg darin begründet liegt, dass die Winzer MITEINANDER und nicht GEGENEINANDER konkurrieren.

Sie würden Ideen austauschen und gemeinsam Konzepte besprechen, wie die Qualität des Weins verbessert werden kann. Dabei würden sie in zweierlei Hinsicht voneinander profitieren:

Jeder Winzer versucht sich mit eigenen Ideen am Markt. Die Winzer sehen welche unterschiedlichen Ideen sich auf dem Markt durchsetzen und adaptieren die erfolgreichen dann gegebenenfalls auf die eigene Weinmarke.  Sie freuen sich über den Erfolg des anderen, weil dieser auch zum eigenen werden kann.

Das ist aber kein Einzelfall. Auch im Spitzensport konkurrieren die Athleten MITEINANDER und nicht gegeneinander. Sie trainieren miteinander, lernen voneinander und treten in voller Härte im Wettbewerb gegeneinander an. Spitzensportler wissen, dass sie ihre Konkurrenten brauchen, um sich selbst zu verbessern und das Beste aus sich herauszuholen. Sie brauchen sich auch gegenseitig, um öffentliches Interesse, also Nachfrage zu generieren.

Wenn wir im Wettstreit MIT dem Mitbewerb liegen erkennen wir, dass der Mitbewerb eine wertvolle Ressource ist, die wesentlich zur eigenen Entwicklung beiträgt, die uns zu Spitzenleistungen treibt und uns nachhaltig erfolgreich sein lässt. Wenn wir den Mitbewerb respektieren, respektieren wir auch dessen Leistung und können von ihm lernen.

Sobald wir GEGEN den Mitbewerb konkurrieren, empfinden wir ihn als Hinderungsgrund für den eigenen Erfolg und als Feind. Daher können wir auch nicht von ihm lernen. MITEINANDER konkurrieren stellt eine win-win Situation für das Geschäft dar. Dieses Prinzip ist in der Stahlindustrie genau so wichtig wie im Weinbau oder im Sport.

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